Aktuelles

HIESS Consulting lud zur ersten HR Morning-Hour

Ein Get Together für Personalisten und die ideale Plattform für einen regen Erfahrungsaustausch zum Thema Lehrlingsmanagement. Im persönlichen Gespräch: Mag. Sabine Mlnarsky-Bständig, Personalmanagerin der Erste Bank.

Hiess Consulting initiierte seine erste HR Morning-Hour in den Räumlichkeiten des Living Office der Firma Bene. Die Erste von vielen Veranstaltungen die Praktikern einen Blick hinter die Kulissen renommierter Personalabteilungen bietet. Gleich zum Auftakt hat Geschäftsführerin Alexandra Hiess, Mag. Sabine Mlnarsky-Bständig, Personalleiterin der Erste Bank, zum Interview geladen. Das Thema: „Lehrlingsmanagement“. Über die Herausforderungen gute Lehrlinge zu finden, die mangelnde Bildung der Jugendlichen bis hin zur Intervention wenn sich Krisen im privaten Bereich auftun.

„Die richtigen Lehrlinge zu finden, gut auszubilden und sie zu halten sind  klare Wettbewerbsvorteile“ so Alexandra Hiess, Geschäftsführerin HIESS Consulting „umso wichtiger für uns, eine Plattform für Personalexperten zu schaffen, denen professionelle und praxisorientierte Gestaltung der Lehrlingsausbildung ebenso wichtig ist.“ Programmhighlight war das offene Gespräch mit Mag. Sabine Mlnarsky-Bständig, Personalleiterin der Erste Bank und Verantwortliche für rund 10.000 Mitarbeiter, darunter 87 Lehrlinge. Vom Recruiting, über das Bewerbungsverfahren bis hin zur Ausbildung. In einem spannenden, einstündigen Talk, erhielten das Publikum einen Einblick darüber, wie bei der Erste Bank mit dem Thema Lehrlingen umgegangen wird.

Alle Jahre wieder steht die Personalabteilung vor der Aufgabe aus 900 bis 1.000 Bewerbungen, 30 künftige Bankkaufmänner/-frauen zu wählen. Das Selektionsverfahren ist seit Jahren erprobt und erfolgreich. Angefangen von guten Noten über ein gutes Betragen bis hin zu einem Eignungstest. Wer bei der Ersten Bank eine Karriere mit Lehre starten möchte, muss sich im Rahmen eines klassischen Assessment Centers behaupten. Besonders bedenklich ist laut Mlnarsky-Bständig das Bildungsniveau der Bewerber „Ein Teil des Bewerbungsprozesses ist zum Beispiel ein Aufsatz, in dem die Bewerber darüber schreiben sollen, wo sie sich in 5 Jahren sehen. Wir haben oft große Mühe eine Klasse mit 30 Lehrlingen zu füllen, weil wir von 900 Aufsätzen nur eine schwindend geringe Menge mit sehr gut, gut bzw. ausreichend bewerten können. Rechtschreibung und Grammatik sind teilweise extrem mangelhaft“ Mag. Mlnarsky-Bständig weiter „Mich fasziniert auch die Tatsache, dass der Unterschied zwischen Absolventen mit Migrationshintergrund und Österreichern – was den Bildungsstand betrifft  –  nicht mehr so groß ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die Leistungen der heimischen Schüler in den letzten Jahren drastisch verschlechtert haben.“

Die engagierte Personalleiterin wirft die Frage auf „Woran liegt es, dass die Leistungen der Schüler immer schlechter werden?“ Eine Frage, mit der sich laut Alexandra Hiess mehrere Unternehmen auseinandersetzten müssen. „Qualifiziere Lehrlinge zu finden ist mittlerweile zur sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen geworden.“ Hiess Consulting hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen durch den gesamten Prozess der Lehrlingsfindung zu begleiten. Angefangen von der richtigen Positionierung am Markt, über die gezielte Ansprache der Jugendlichen, bis hin zum Auswahlverfahren und der anschließenden Ausbildung.

„Wir sind gezielt auf der Suche nach Lehrlingen, denen wir mehr zutrauen. Ob eine Lehre mit Matura, ein anschließendes Studium oder die Leitung einer Abteilung beziehungsweise Filiale“ so Mag. Mlnarsky-Bständig. Für die Förderung der Lehrlinge wird viel getan „Wir schicken sie auf Sprachreisen, arbeiten an einem souveränen Auftreten, üben dem Umgang mit Kunden, lernen den Umgang mit dem eigenen Geld bis hin zu Themen wie Gesundheit und Suchtprävention.“ Ein weiterer wichtiger Punkt ist der familiäre Backround. Eine solide Basis bildet die Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Dass das nicht immer einfach ist, zeigen die Erfahrungen. „Nur 10% der Lehrlinge leben in einem klassischen Familienbild. Hin und wieder kommt es vor, dass wir unser Schützlinge aus schwierigen Situationen holen, um eine Eskalation zu vermeiden. In diesem Fall sind unsere Lehrlingsbetreuer nicht nur Ausbildner sondern auch Vertrauenspersonen. Lehrlingsausbildung ist für uns kein Muss – wir sehen es zum Teil auch als soziale Verantwortung und Leidenschaft für die Sache“ schließt Mag. Mlnarsky-Bständig das Interview.

Nach dem Gespräch fand ein reger Erfahrungsaustausch unter den geladenen Gästen statt. Alexandra Hiess zur Veranstaltung „Es war schön zu sehen, dass so viele Personalisten unserem Aufruf gefolgt sind. Das zeigt mir, dass die Notwendigkeit solch einer Plattform vorhanden ist. Die HR Morning-Hour soll zum regelmäßigen Happening werden, um so ein professionelles Netzwerk zu schaffen, welches vom Erfahrungsschatz jedes einzelnen Teilnehmers profitiert.“

Zurück